Warum wir uns am Anfang oft hinter Masken verstecken

Etwas irritiert war Anna ja schon: „Alles an Thomas war Macho“, erinnert sie sich an die ersten Begegnungen. Aber irgendwie imponierte ihr seine Bestimmtheit auch, und kurz darauf waren die Beiden ein Paar. Heute weiß sie, dass Thomas eigentlich eher schüchtern ist und sich die Maske des zupackenden Superhelden nur aufgesetzt hatte, um sie zu erobern. Aber geht es in der Liebe nicht gerade darum, bedingungslos offen zu sein? Nein, meint der Hamburger Psychologe und Buchautor Wolfgang Hantel-Quitman in der Zeitschrift emotion. Im Gegenteil: Am Anfang einer Partnerschaft sei es durchaus sinnvoll, seine Schwächen zu verbergen.

Das machen wir oft ganz automatisch, indem wir uns zu Beginn in einer Weise präsentieren, die ganz auf die – echten oder vermeintlichen – Erwartungen des anderen zugeschnitten ist. Erst mit der Zeit bringen wir den Mut auf, unsere Masken Stück für Stück zu lüften. Denn so sehr wir uns danach sehnen, geliebt zu werden, wie wir sind, haben wir doch auch Angst vor Zurückweisung. „Ohne den Schutz unserer Masken könnten wir Liebe, Nähe und Intimität gar nicht zulassen“, meint Hantel-Quitmann. Vor allem Männern fällt es schwer, wunde Punkte zu thematisieren. Die Kunst besteht daher darin, dem anderen Raum zu lassen, bis sein Vertrauen groß genug ist, dass er freiwillig etwas von sich preisgibt und die „Kleider für die Seele“ nach und nach ablegt.

Quelle: news aktuell / emotion

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