Warum Hunde schneller um die Kurve laufen können

Menschliche Sprinter müssen vor jeder Biegung abbremsen, da sie sonst aus der Bahn geworfen werden. Dank ihres Körperbaus bewältigen laufende Hunde hingegen Kurven ungebremst mit voller Geschwindigkeit.

Das fanden die Forscher Dr. James Usherwood und Dr. Alan Wilson von der britischen Universität für Veterinärmedizin in Hatfield heraus, als sie die Ergebnisse der 200-Meter-Läufe bei der Indoor-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen von 2004 sowie ein Testrennen mit 40 englischen Windhunden in einer Arena analysierten.

Entscheidend bei den Vierbeinern ist demnach die Arbeitsteilung von Vorder- und Hinterläufen. Die Vorderbeine wirken der Zentripetalkraft in Kurven entgegen und bewältigen so das erhöhte Körpergewicht. Ihre Knochen, Muskeln und Sehnen ähneln passiven Federn, die einem beträchtlichen Gewicht standhalten können. Hüfte und Hinterbeine sind allein für den Antrieb zuständig und ermöglichen dem Hund, Spitzengeschwindigkeiten zu erreichen und zu halten. In Kurven wird die Laufbewegung durch Verdrehen der Hüfte und Streckung des Rückens weiter unverändert angetrieben. Dank dieser Arbeitsteilung sind Hunde nicht gezwungen, vor Kurven einen Gang runter zu schalten.

Menschen müssen ihr Tempo hingegen in Kurven verlangsamen, da sie als Zweibeiner nicht in der Lage sind, die Arbeitslast zu teilen. Beim Zweibeiner müssen die Beinmuskeln nämlich nicht nur die Kraft zum Laufen aufbringen, sondern zugleich auch das in Kurven größere Körpergewicht tragen. Der Läufer muss zudem den Bodenkontakt seiner Füße erhöhen, um mit der Muskulatur von Fuß und Bein die Fliehkraft auszugleichen. Längerer Bodenkontakt pro Schritt ist aber gleichbedeutend mit geringerem Tempo – der Läufer wird in Kurven langsamer.

Quelle: dgk animal

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