Zeckenschutz für Hunde hat wieder Saison

Kleine Vampire mit großer Wirkung: Zecken im Hunde- oder Katzenfell sind nicht nur eklig, sondern auch gefährlich. Die Blutsauger können auch den Vierbeiner mit lebensgefährlichen Krankheiten infizieren. Mit vorbeugenden Maßnahmen kann man Borreliose und Co. den Kampf ansagen.

Kaum steigen die Temperaturen über zehn Grad Celsius, werden Zecken aktiv. Hunde, die durch Wald und Wiese stromern, fangen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die kleinen Blutsauger ein. Der Stich der Parasiten ist nicht bloß lästig und verursacht heftigen Juckreiz oder Schwellungen, sondern ist unter Umständen auch gefährlich. So können die kleinen Spinnentiere beim Hund bedrohliche Krankheiten übertragen wie zum Beispiel Borreliose, Ehrlichiose, Babesiose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gegen die Borreliose wird für Hunde im Gegensatz zu Menschen ein Impfstoff angeboten, der in seiner Wirkung allerdings fraglich ist.

Um Waldi, Bello und Co. vor ungebetenem Besuch zu schützen oder den kleinen Biestern den Appetit zu verleiden, bietet der Handel eine Vielzahl von Produkten an. Zur Auswahl stehen Halsbänder, Sprays, Spot-on-Präparate, Pulver oder Shampoos. Viele dieser Anti-Parasitika sind mittlerweile auch in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Doch nicht alle Zeckenmittel sind wirksam oder für jeden Hund geeignet. Welches Produkt für Ihren Vierbeiner in Frage kommt, erfahren Sie am besten bei Ihrem Tierarzt. Nur dieser kann Sie ausführlich beraten und auf mögliche Nebenwirkungen aufmerksam machen.

Viele Sprays oder Pulver sind nur wenig wirksam. Zudem stört der oft starke Geruch Zwei- wie Vierbeiner gleichermaßen. Bei Spot-on-Präparaten werden die Tropfen direkt ins Nackenfell der Hunde geträufelt. Der Wirkstoff verteilt sich innerhalb eines Tages und lagert sich in der obersten Hautschicht ein. Diese Behandlung muss regelmäßig alle vier Wochen durchgeführt werden. Einige der Produkte sind hochwirksam, andere nur mäßig. Fast alle Spot-on-Produkte gegen Zecken enthalten problematische Inhaltsstoffe. Auch hier hilft der Tierarzt bei der Wahl des richtigen Mittels und gibt Tipps für die Anwendung.

Bei den Halsbändern gibt es große Qualitätsunterschiede. Bevor Sie unnötig Geld ausgeben, sollten Sie daher Ihren Tierarzt fragen, welche Produkte sinnvoll sind. Ein Nachteil von Halsbändern ist, dass sie oft gesundheitsbedenkliche Wirkstoffe enthalten. Zudem müssen die meisten möglichst vor dem Kontakt mit Wasser abgenommen werden.

Inzwischen gibt es jedoch ein Halsband, das den gegen Zecken, Milben und andere Insekten hochwirksamen und für Hunde ungiftigen Stoff Deltamethrin enthält. Dieser Stoff breitet sich durch die Lipid(Fett-)schicht der Hundehaut über den ganzen Körper aus, da er im Blut unlöslich ist. Die Abgabe erfolgt direkt und ausschließlich auf das behandelte Tier. Der Vorteil: Deltamethrin wirkt nicht nur gegen Zecken, sondern auch gegen Sandmücken, die – vor allem im Mittelmeerraum – Leishmaniose übertragen. Das geruchlose Protectorband, das auch im Wasser nicht abgenommen werden muss, wirkt bis zu sechs Monate.

Der Wirkstoff wird weltweit in enormen Mengen produziert und in der Landwirtschaft großflächig als Insektizid eingesetzt. Er gilt als das effektivste aller bekannten Insektizide und Akarizide (Milben abtötende Gifte). Eine toxische Wirkung auf Säuger und Vögel ist dagegen nur bei extremer Überdosierung nachweisbar. Für Fische und andere im Wasser lebende Organismen kann der Wirkstoff schädlich sein. Aus dem Protectorband kann allerdings kaum Wirkstoff ins Wasser übergehen, da er in einem wasserabweisenden Komplex gebunden ist.

Ein altes Hausrezept rät zu Knoblauch. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass die Knolle als Futterbeigabe oder Körperspray zuverlässig wirkt. Auf jeden Fall sollte der Hund nach jedem Spaziergang und die Katze mindestens einmal täglich nach Zecken abgesucht werden. Bevorzugte „Andock-Stellen“ sind die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln.

Quelle: dgk – animal

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