Welpen im Angebot : Augen auf beim Hundekauf

Der Entschluss ist schnell gefasst: Ein Hund muss her und zwar möglichst ein Modehund. Seit Jahren stehen hoch im Kurs: Golden Retriever oder Yorkshire-Terrier. Natürlich muss es auch ein Welpe sein. Das nächste Tierheim ist zu weit und Welpen dieser Rassen gibt es dort ohnehin nicht.

In der Tageszeitung wird man schnell fündig und fährt zum nächsten Züchter. Dass dort nicht nur eine Hunderasse anzutreffen ist, sondern jede Menge verschiedene Rassen, lässt die Alarmglocken noch immer nicht schrillen. Dann endlich: braune Knopfaugen strahlen einen an und man ist sich sicher, den treuen Vierbeiner fürs Leben gefunden zu haben. Dass die Welpen ohne Mutter sind, dass es ziemlich schmuddelig zugeht, all das wird übersehen. Rasch ist man handelseinig, zahlt eine Menge Geld und fährt überglücklich nach Hause. Wenige Tage später muss dann der Welpe mit Verdacht auf eine Infektionskrankheit oder Parasitenbefall in einer Tierarztpraxis vorgestellt werden.

Spontan werden manchmal aber auch Hunde bei einem Halt an der Autoraststätte gekauft. Aus dem Kofferraum eines anderen Autos schauen zuckersüße Welpen heraus. Dort warten sie auf Decken sitzend, schauen herzerweichend. Für 250 Euro wechselt das Tier den Besitzer, meist ohne Papiere oder wenn, dann mit falschen Ausweisen. Häufig sind auch diese Welpen verwurmt, mangelernährt oder weisen Deformationen auf. Die Mütter dieser Welpen „produzieren“ in Hundefabriken ohne Ruhephasen den Nachwuchs. Taugen sie als Gebärmaschinen nichts mehr, werden sie entsorgt.

„In den letzten Jahren wurde der unseriöse Welpenverkauf  von vielen als lukrative Einnahmequelle entdeckt“, konstatiert Judith Schmalzl vom Deutschen Tierhilfswerk in München. Das DTHW empfiehlt allen Tierfreunden, die nach einem Hund Ausschau halten, erst dem örtlichen Tierheim einen Besuch abzustatten. Zahlreiche Vierbeiner warten dort auf ein neues Zuhause.

Tierärztin Dr. Tina Kugler erklärt, warum es auch für den Halter vorteilhaft sein kann, einen Hund aus dem Tierheim aufzunehmen: „Tierheimhunde sind geimpft, kastriert und gechipt. Jede Menge Tierarztkosten entfallen. Außerdem sind sie im Gegensatz zum Welpen stubenrein und haben keine Flausen mehr im Kopf. Bei einem Welpen weiß man nie genau, was aus ihm wird.“

Wer trotzdem nicht warten kann und unbedingt ein Welpen kaufen möchte, sollte einige Hinweise beachten:

  • Ein vertrauenswürdiger Züchter erkundigt sich nach dem neuen Zuhause des Welpen und steht auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite. Ebenso wird er sich erkundigen, wie sich das Tier entwickelt.
  • Die Hündin wird nicht getrennt von den Welpen gehalten, sondern steht mit ihnen in Kontakt.
  • Der Züchter kann Auskunft über den Deckrüden geben.
  • Ebenfalls kümmert sich der Züchter um die Sozialisation der Welpen, um deren Entwurmung und Impfung.
  • Bei der Übernahme des Welpen wird eine Fütterungsempfehlung von Seiten des Züchters gegeben.

Quelle: DTHW

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