Sind Hund und Katze auch wetterfühlig?

Kyrill, Olli, Pepi: Das sind – in diesem Fall – nicht die Namen von Hunden, sondern jene der schlimmsten Stürme im heurigen Jänner. Das Wetter spielt in diesem Winter verrückt. Von 15 Grad plus bis 5 Grad minus – und das innerhalb eines einzigen Tages. Kein Wunder, wenn viele Menschen sich dabei ganz und gar nicht wohl fühlen. Doch wie steht es mit unseren Tieren – sind Hund, Katz & Co. ebenfalls wetterfühlig?

Es sind nicht die absoluten Temperaturen, die uns abgespannt oder reizbar machen und Kopfweh bereiten, sondern die hohen Druckunterschiede und die extremen Temperaturschwankungen, welche die Wetterküche in letzter Zeit für uns bereit hält. Und die können für unsere Tiere ebenso unangenehm sein wie für uns Menschen.

Lästiger Hund, ruhelose Katze

Dazu Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, Amtstierarzt aus Niederösterreich und Fachtierarzt für Kleintiere: „Auch unseren Hunden und Katzen kann dieses Wetter gehörig zusetzen. Sie sind irritiert und reagieren rast- und ruhelos. Der Hund will ständig ins Freie hinaus, um dann gleich darauf wieder herein zu wollen, die Katze wandert von einem Platz zum anderen, ohne zur Ruhe zu kommen. Und sie wollen – auch dann, wenn das normalerweise nicht der Fall ist – unbedingt zu ihren Menschen ins Bett, wenn es draußen stürmt.“ Und zwar nicht deswegen, weil sie plötzlich von einem Tag auf den anderen ihre gute Erziehung vergessen hätten, sondern weil sie sich ebensowenig
wohlfühlen wie wir selbst. Die Druckunterschiede können ihnen genauso zusetzen wie uns und die orkanartigen Stürme irritieren sie, da sie den Grund für dieses – auch für unsere Ohren – furchterregende Geräusch nicht zuordnen können.

Schnupfenviren-Ping Pong

Am Morgen frösteln wir bei Temperaturen um 0 Grad, die Mittagspause könnten wir bei frühlingshaften Temperaturen bereits im Park auf einer Bank in der Sonne verbringen. Kein Wunder, dass bei vielen Menschen das Immunsystem überfordert ist und sie darauf mit Erkältungskrankheiten reagieren. Auch unsere Tiere sind dafür anfällig. Viele Hunde gehen auch in der kalten Jahreszeit gerne ins Wasser, das Fell bleibt danach längere Zeit feucht – und schon ist es geschehen. Oder: Uns plagen Husten und Schnupfen; um uns wohler zu fühlen, schmusen wir mit unseren vierbeinigen Lieblingen – und stecken sie dabei mit Husten, Schnupfen und Fieber an. So kann der berühmte Ping Pong-Effekt entstehen, weil auch wir Menschen uns dann wieder bei unseren Tieren anstecken können und es lange Zeit dauern kann, bis alle wieder gesund sind. Mattigkeit und Appetitlosigkeit sind übrigens die ersten Anzeichen einer Virusinfektion bei Hund und Katze.

Dazu ein Tipp von Prof. Winkelmayer: „Um rasch sicher zu gehen, ob Ihr Hund oder Ihre Katze wirklich krank sind, messen Sie bei Ihrem Liebling die innere Körpertemperatur. Der Normalwert liegt beim Hund zwischen 38 Grad (beim erwachsenen Tier) und 38,5 Grad (bei jungen Hunden und sehr kleinen Rassen), bei der Katze zwischen 38,5 und 39 Grad. Alles, was 1 Grad darüber liegt, kann ein erstes Anzeichen für eine Erkrankung sein“.

Feuchte Schnauze – gesunder Hund, trockene Schnauze – kranker Hund?

Die weit verbreitete Annahme, dass alle Tiere, die eine feuchte Schnauze haben, gesund sind bzw. alle Tiere mit trockener Schnauze krank sind, ist zwar nicht ganz falsch, aber auch kein verlässliches Indiz, um festzustellen, ob Ihr Liebling krank ist oder nicht. Eine feuchte Schnauze mit triefender Nase kann ebenso gut auf Schnupfen hinweisen. Handelt es sich nur um eine leichte Entzündung, können wir unserem Liebling helfen, indem wir seine Nasenöffnungen freihalten (mit einem Wattebausch mit Käsepappeltee oder warmen Wasser) und die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen (z.B. durch Auflegen von feuchten Tüchern auf die Heizung). Hustet Ihr Liebling allerdings stark und hat er Fieber, sollten Sie in jedem Fall zum Tierarzt gehen.

Quelle: IEMT

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