Verhaltensstörungen beim Hund

Bello verträgt sich nicht mit Artgenossen, Rex bellt ohne Unterbrechung, wenn Herrchen das Haus verlässt. Welche Verhaltensprobleme oder welches unerwünschte Verhalten zeigen Hunde und wann sprechen wir von echten Verhaltensstörungen?

Die Probleme, die bei unseren Hunden auftreten, sind in erster Linie Aggressionsprobleme gegenüber anderen Hunden und Menschen sowie Angstprobleme, gefolgt von Unsauberkeit, destruktivem Verhalten und übermässigem Bellen, dem Fordern von Aufmerksamkeit oder Futter in der Nacht, Hyperaktivität und Erregbarkeit, Feinschmeckergewohnerheiten und schwer kontrollierbarem Jagdtrieb.

Unerwünschtes Verhalten ist ein für die Tierart oder das einzelne Individuum artgerechtes und normales Verhalten, das den Tierbesitzer stört. Als echte Verhaltensstörung hingegen wird eine Verhaltensanomalie bezeichnet, also jedes von der Norm abweichende Verhalten. Die Begriffe „Norm“ und „normal“ sind jedoch ungenau und relativ dehnbar und es ist schwer festzustellen, welches Verhaltensmerkmal noch innerhalb der sogenannten Norm des Verhaltensrepertoires einer Tierart liegt.

Verhaltensstörungen entstehen vor allem, wenn sich Tiere nicht mehr an veränderte extreme Umweltbedingungen anpassen können. Auch Stereotypien – ständige, gleichförmige Wiederholungen von Verhaltensweisen oder Lautäußerungen ohne offensichtliche Funktion – sind zu den Verhaltensstörungen zu zählen (zum Beispiel: übermäßiges Fressen oder Trinken, Schwanzzucken, zwanghaftes Starren oder Beutejagen, wie auch Selbstverstümmelung durch aggressives Beißen in den Schwanz oder die Pfoten). Ebenso können traumatische Erlebnisse Verhaltensstörungen verursachen, denn auch unsere Tiere bilden Assoziationen der Furcht im Zusammenhang mit Objekten oder Ereignissen, welche ihnen in der Vergangenheit Angst bereitet haben.

Hat ein Tierarzt organische Erkrankungen für das Vorliegen einer Verhaltensänderung ausgeschlossen, dann wird der Verhaltensexperte die Ursachen für das Verhaltensproblem in der Umwelt des Tieres suchen. Unzureichende Fürsorge- und Haltungsbedingungen (auch Langeweile und Stress), falsch aufgebaute Beziehungen zwischen Mensch und Tier, falsche Anforderungen des Menschen dem Tier gegenüber sowie mangelhafte Kenntnisse über das natürliche Verhalten der Tiere und über artgerechte Tierhaltung kommen als Auslöser für Verhaltensprobleme in Betracht.

Können Sie Verhaltensproblemen vorbeugen?

Ja, wenn Sie sich ausreichend über das natürliche Verhalten und die Bedürfnisse Ihres Hundes bei einer Wohnungshaltung informieren. Je mehr Sie über artgerechte Lebensraumgestaltung für Ihr Haustier sowie über die richtigen Lern- und Trainingsmethoden, Spiel- und Beschäftigungsvorschläge wissen, desto „problemloser“ werden Sie mit Ihrem Tier zusammenleben.

Eine Verhaltenscheckliste für den Hund finden Sie hier:

Quelle: Tierpsychologin Denise Seidl DVS

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