Rüde oder Hündin : Kleiner Unterschied ?

Wie verschieden sind männliche und weibliche Hunde in ihrem Verhalten?
Was unterscheidet sie voneinander: das Aussehen, die kleine biologische Besonderheit oder geschlechtsabhängige Verhaltensweisen? Hündinnen gelten als anhänglicher und anpassungsfähiger, während von Rüden behauptet wird, sie seien rauflustiger und schwer zu erziehen. Was hat es mit diesen Aussagen auf sich? Entsprechen sie der Wahrheit?

Verhaltensbiologie für Hundehalter - Das PraxisbuchWie großteils im Tierreich üblich, gibt es auch bei unseren Hunden körperliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Tieren. Meistens bringt „er“ mehr Gewicht auf die Waage als „sie“, was besonders innerhalb großwüchsiger Hunderassen deutlich erkennbar ist. Dennoch bestätigen Ausnahmen die Regel und es gibt ebenso kräftige Hündinnen, wie auch schmächtige Rüden. Besonders bei kleinwüchsigen Hunderassen lässt die Körpergröße nicht automatisch Rückschlüsse auf das Geschlecht zu. Bei Rassen mit langhaarigem Haarkleid wirkt das Fell der Rüden oftmals prächtiger, da es dichter und länger ist. Daher wurden für die Fernsehrolle der Colliehündin Lassie auch meistens Rüden als vierbeinige Schauspieler ausgewählt.

Einige Unterschiede im Verhalten von Rüde und Hündin bestehen ja aus biologischen Gründen. Viele geschlechtsspezifische Verhaltensweisen lassen sich aus den verschiedenen Funktionen eines Rüden oder einer Hündin in einem Rudel erklären. Die Rüden sind in der Regel mit der Jagd, der Verteidigung von Ressourcen, wie Beute, Hündinnen und Welpen sowie der Sicherung des Reviers betraut. Die weiblichen Tiere kümmern sich vorwiegend um die Aufzucht der Nachkommenschaft. Ihr Verhalten ist auch durch den hormonellen Stress vor und während der Läufigkeit geprägt. Hundehalter von Hündinnen wissen zu berichten, dass „Hundedamen“ nun gedämpfter wirken, aber auch in gewissen Situationen aggressiver erscheinen.

Sieht man von den spezifischen Unterschieden ab, die sich im Territorial- und Sexualverhalten zeigen, so sind in der Hinsicht auf die Mensch-Tier-Beziehung bei Hündinnen und Rüden kaum Unterschiede im Sozialverhalten ersichtlich. Es gibt sowohl unter den weiblichen, als auch männlichen Tieren wahre „Kampfschmuser“, aber auch Tiere, die Frauchen/ Herrchen als ihren „Besitz“ verteidigen oder keine Rauferei auslassen. Auch bei gezeigten Unarten oder unerwünschten Verhaltensweisen stehen sich die Geschlechter in nichts nach.

So vielfältig wie die menschlichen Charaktere so unterschiedlich sind die Wesenszüge, die Vertreter der verschiedenen Hunderassen – ungeachtet des Geschlechts – zeigen. Jeder Hund ist ein einzigartiges Individuum mit einer charakteristischen Persönlichkeit, die nicht nur durch Rasse oder Herkunft, sondern auch durch Erfahrungswerte, die Umwelt und viele andere Faktoren bestimmt wird.Besonders Ihre Persönlichkeit und Ihre Lebensart als Hundehalter haben einen bedeutenden Einfluss auf die Verhaltensweisen Ihres vierbeinigen Gefährten. Eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt selbstverständlich auch die Erziehung Ihres Hundes!

Und so gesehen, ist die Entscheidung für einen Rüden oder eine Hündineher eine Frage der persönlichen Vorliebe, denn für das Wesen Ihres Hundes sind großteils Sie, als Hundehalter, verantwortlich.

Quelle: tierpsychologie.at

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