Hund entlaufen oder zugelaufen : Was nun?

Wenn Sie in Wien ein herrenloses Haustier finden, können Sie dies rund um die Uhr bei derTierschutz-Helpline 01/4000/8060 des Veterinäramt Wien melden. Unter dieser Nummer können auch besorgte Tierbesitzer, die ihr Haustier vermissen, den Verlust melden.

Nach der Meldung wird überprüft, ob eventuell bereits eine Verlustanzeige vorliegt oder ob anhand einer Hundemarke der Tierhalter festgestellt werden kann. Ist dies – wie leider in den meisten Fällen – nicht der Fall, beauftragt das Veterinäramt die Tierrettung des Wiener Tierschutzvereines mit der Abholung des Tieres. Das Tier wird in das Tierschutzhaus des Wiener Tierschutzvereines verbracht und dort untergebracht und versorgt. Leider viel zu selten wird bei der tierärztlichen Untersuchung im Tierschutzhaus die Kennzeichnung eines Tieres durch einen implantierten Chip festgestellt, die eine rasche Zuordnung zu einem Besitzer ermöglicht.

In einigen Fällen erklären sich hilfsbereite Finder bereit, das Tier bei sich zu Hause zu versorgen und geben dies dem Veterinäramt bekannt. In diesem Zusammenhang ersucht das Veterinäramt auch um Verständnis, dass die Tierrettung nur beauftragt werden kann, wenn das Tier vorher festgesetzt wurde. Es ist in der Regel der Tierrettung kaum möglich, freilaufend gemeldete Tiere einzufangen, da diese innerhalb kurzer Zeit größere Strecken zurücklegen können.

In der Regel bereits am Tag nach dem Fund wird eine Beschreibung des Tieres mit Foto unter Angabe des Fundortes auf der Fundseite veröffentlicht. Da es sich um Lebewesen handelt, werden Fundtiere6 Tage lang auf Kosten der Stadt Wienim Tierschutzhaus aufbewahrt. Die Aufbewahrung über ein ganzes Jahr, wie sie bei leblosen Gegenständen vorgesehen ist, ist Tieren nicht zumutbar. Nach dieser Zeit werden die Tiere – wenn sich der Besitzer nicht meldet – vom Tierschutzverein nach Möglichkeit an gute Plätze vergeben.
Wie kommt man wieder an sein entlaufenes Tier?

  • Zunächst selbst in der Umgebung suchen, das Tier rufen und möglichst viele Menschen in der Umgebung vom Verlust verständigen. Besonders Hunde kehren meist an den Ort zurück, an dem sie entlaufen sind – daher dort möglichst lange warten oder immer wieder dort suchen.
  • Anruf beim Fundservice für Tiere (in Wien bei der Tierschutz-Helpline 01/4000/8060) – vielleicht liegt schon eine Fundmeldung vor. Hier werden auch Ihre Daten und die Ihres Tieres für den Fall eines späteren Fundes Ihres Lieblings gespeichert.
  • In Wien: Kostenloses Suchinserat mit Foto auf der Webseite der MA 60 aufgeben. Dieses bleibt dann bis zu 4 Wochen lang online. Hohe Erfolgsquote!
  • Verständigung des Tierschutzvereines, der praktischen Tierärzte in der Umgebung und Aufhängen von Zetteln (öffentlich, bei Tierärzten, in Geschäften etc.).
  • Regelmäßig die Fundseite kontrollieren – und – so traurig es klingt – hier auch die Rubrik „Tote Tiere“ aufsuchen – leider fallen immer wieder Tiere auch Unfällen zum Opfer.
  • Auch auf der Website www.tiersuche.at haben Sie die Möglichkeit, kostenlos eine Suchmeldung mit Foto, Text und Ihrer Kontaktadresse aufzugeben.
  • Wichtig: NICHT AUFGEBEN!

 

So kann man als Finder eines Tieres noch helfen:
Nach der Meldung und dem Abtransport des Tieres durch die Tierrettung können Sie zur Verständigung des meist verzweifelten Tierbesitzers beitragen, indem Sie in der Umgebung des Fundortes Zettel mit der Beschreibung des Tieres aufhängen, sei es öffentlich oder mit Erlaubnis der Inhaber in Geschäften, Trafiken, Tierarztpraxen etc.

Das Problem der herrenlosen Tiere:
Oft ist es unglaublich, auf welche Weise Tiere einfach ausgesetzt werden. Es handelt sich dabei um Tiere vom Mischlingswelpen bis zum gepflegten Rassetier, welche in Kartons gepfercht oder an irgendeine Laterne gebunden werden. Die betreffenden Täter – dieser Ausdruck ist nicht übertrieben, nach dem Tierschutzrecht stellt das Aussetzen eines Tieres eine schwere Form der Tierquälerei dar – brechen einerseits dadurch die moralische Verpflichtung ihren Tieren gegenüber, belasten andererseits aber auch die Öffentlichkeit mit ihrer Vorgangsweise, da letztlich diese die Kosten dafür übernehmen muss.

Ein derartiges Vorgehen kann nur als rücksichtslos und verantwortungslos bezeichnet werden. Es klingt vielleicht abgedroschen, kann aber nicht oft genug gesagt werden: Jede Anschaffung eines Tieres muss gründlich überlegt werden! Diese Überlegungen müssen die familiäre, berufliche und finanzielle Situation umfassen und sich auf die ungefähre Lebensdauer des gewünschten Tieres beziehen. Wenn dann trotzdem überraschend Umstände eintreten, welche die Haltung des Tieres unmöglich machen, gibt es sicherlich andere Möglichkeiten, es unterzubringen, als es einfach auszusetzen.

Erfahrungsgemäß sind es oft nicht unvorhergesehene Ereignisse, welche manche Tierhalter veranlassen, ihr Tier einfach „rauszuschmeißen“, sondern ihre eigene fehlende Sachkenntnis im Hinblick auf Erziehung und Umgang mit ihrem Tier. So werden Hunde im Welpenalter häufig spontan aufgenommen, ohne zu bedenken, wie viel Aufwand in deren Erziehung und Aufzucht gesteckt werden muss, damit sie auch noch im ausgewachsenen Zustand, womöglich als 40 kg – Exemplar, ihren Besitzern Freude bereiten und nicht – wie oft der Fall – als Belastung und Stressverursacher gesehen werden.

Weiters sollte jede Anschaffung eines Tieres auch hinsichtlich deren nachhaltiger Wirkung überdacht werden. Wird z.B. ein Rassewelpe aus dubios-osteuropäischer Herkunft gewählt, muss man sich bewusst sein, damit die Massenproduktion von Welpen unter vielleicht unzureichenden Haltungsbedingungen zu fördern. Nimmt man jedoch ein Tier aus einem Tierheim, fördert man keine gewinnorientierte Tierproduktion und lindert damit überdies noch individuelles Tierleid.

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