|
 |

Tierpension : Trauma oder Therapie für den Hund ?
"Ich musste meinen Hund bisher noch nie in eine
Tierpension geben" - so lautet oft der erste Satz, wenn Hundebesitzer zum
Anschauen in die Tierpension kommen. Es hört sich an, als sei es eine Strafe
für den Hund, wenn man ihn in eine Pension geben muss. Mag sein, dass es immer
noch Tierpensionen gibt, wo Hunde in Zwingern gehalten werden.
Natürlich ist das ein Trauma für jeden Hund, der es gewohnt
ist, im Familienverband und in nahem Kontakt zu seinem Herrl oder Frauerl zu
leben. Doch es geht auch anders! Eine gut geführte Hundepension kann für einen
Hund auch Erholung und angenehmen Aufenthalt bedeuten! Beim
Zusammensein mit Artgenossen hat er die Möglichkeit, Verhaltensweisen
hundlicher Kommunikation, die im täglichen Leben oft zu kurz kommen,
wieder einzuüben und zu verbessern.
Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der
Hund rasch ein Vertrauensverhältnis zu seinen menschlichen Bezugspersonen in der
Pension aufbauen kann. Dies kann man nur durch sinnvolle und
vertrauensbildende Beschäftigung mit dem Hund erreichen. Wenn der Hund
sich eingelebt hat, werden die Hunde von erfahrenen Hundebetreuern auf sensible
Art und Weise zusammengeführt, wobei auf die individuellen Charaktere und
Eigenheiten natürlich Rücksicht zu nehmen ist.
Derart in eine gemischte Gruppe eingeführte Hunde
haben alle Möglichkeiten, ihre artspezifische Kommunikation
auszuleben und die Gegenwart anderer Hunde und deren Gesellschaft zu
geniessen. Sie erlernen also praktisch die Hundesprache wieder oder
verfeinern sie. Dies kann sogar therapeutisch wirksam sein, so
beispielsweise für Hunde, die Angst vor einem anderen bestimmten Hundetypus
haben. Ein typisches Beispiel: Rauhaardackelhündin Fiby hatte wegen einer
negativen Erfahrung Angst vor grossen Hunden. Durch stressfreies
und kontrolliertes Zusammenbringen mit freundlichen
grossen Hunden, mit denen sie nach einiger Zeit sogar spielte, wurde das Bild
des "angstmachenden grossen Artgenossen" durch das des "freundlichen grossen
Artgenossen" ersetzt.
Hunde, die das ungute "Anfliegen" von Artgenossen
bei der Kontaktaufnahme praktizieren, oder solche, die anderen Hunden gegenüber
ängstlich oder aggressiv reagieren, können in sogenannten "sozialen
Spaziergängen" an die Gegenwart eines anderen Hundes gewöhnt werden.
Dabei werden die Hunde parallel von 2 Personen an der Leine geführt, der Hund
lernt dabei, dass die Gegenwart eines Artgenossen durchaus nicht immer
unangenehm sein muss und verbindet die Annehmlichkeiten des Spaziergangs mit
dessen Gegenwart. Durch schrittweise Verringerung der Distanz ist so eine
sensible Annäherung und Gewöhnung möglich.
Oft ist es hierbei sogar von Vorteil, dass der
Besitzer nicht anwesend ist, da er durch Stimmungsübertragung seine eigene
Nervosität unweigerlich auf seinen Hund übertragen würde. Natürlich können diese
Übungen und die Verbesserung des Sozialverhaltens des Hundes
in der Gruppe nicht das Training mit dem
Besitzer ersetzen. Aber sie sind bei solchen Verhaltensproblemen ein Anfang und
eine Basis, auf der der Besitzer aufbauen kann. Wenn der Hund in der gemischten
Gruppe lernt, wie man auf andere Hunde zugeht, wie man Konflikte vermeidet, was
die Signale der anderen bedeuten und wo die Grenzen sind, ist bereits viel
erreicht. In diesem Sinne kann ein Aufenthalt in einer guten
Tierpension durchaus eine
verhaltenstherapeutische Wirkung haben, neben viel Spiel und Spass, den es ja
auch noch gibt!
Quelle: Dipl.-Biol. Birgit Reuter
Sind Sie vielleicht auf der Suche nach einer Tierpension in der Nähe von Wien? Der Hundegarten Susi und Strolch in St. Christophen verfügt über sehr schön eingezäunte Naturgehege, in denen sich die Hunde frei bewegen und spielen können. Neben Unterbringung und Verpflegung des Hundes sorgt auch eine Tierarztpraxis direkt im Haus für die ständige Betreuung Ihres Lieblings.
|
 |