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Mit Hunden spielen macht glücklich
Das Spielen mit Hunden bewirkt im
Menschen die Ausschüttung eines Botenstoffs, der sonst mit Liebe, Treue und der
Mutter-Kind-Beziehung assoziiert wird. Das hat ein Experiment an der japanischen
Azuba University ergeben. Hundebesitzer wurden dabei eingeladen, im Labor mit
ihren Vierbeinern eine halbe Stunde lang zu spielen. Ein Vergleich menschlicher
Urinproben vor und nach dem Spiel ergab eine deutliche Zunahme des Hormons
Oxytocin. Das könnte erklären, warum Tiere Menschen in gute Laune versetzen und
sogar Angst und Depression auflösen können.
"Hunde können sehr vielfältige positive Effekte auf ihre Besitzer
haben", bestätigt Reinhold Bergler, emeritierter Professor der Universität Bonn
und Experte für die Mensch-Hund-Beziehung. Von Scheidungskrisen betroffene
Kinder seien ein gutes Beispiel dafür. "Ein Hund ermöglicht ihnen Gefühle wie
Zärtlichkeit und Geborgenheit und somit eine konfliktfreie Beziehung, die
Liebesentzug bis zu einem gewissen Punkt ausgleicht." Auch bei Menschen mit
Behinderungen oder bei Senioren gebe es ähnliche Auswirkungen, die übrigens auch
den Umgang mit anderen Haustieren betreffen. "Mehrere Bewohner von Altersheimen
berichten, dass ihr Wellensittich der Vereinsamung entgegenwirkt und Sinn
erleben lässt", so Bergler.
Als wichtigste Bedingung für das Gelingen
der Mensch-Tier-Beziehung sieht Bergler das Eingehen auf die Bedürfnisse des Tieres. "Es
braucht eine gleich bleibende, nicht vermenschlichende Beziehung." Notwendig sei
genügend Zeit für das Spiel, das Bergler als geistige Beschäftigung mit dem Tier
beschreibt. "Spazierengehen allein genügt nicht. Hunde etwa müssen Dinge suchen
oder Bekanntschaft mit anderen Artgenossen schließen können." Wer seinen
Vierbeiner für eigene Bedürfnisse verzweckt um etwa nur eigene Glücksgefühle
aufzubauen, betreibe Tierquälerei. Ein Tier brauche artgerechte Haltung durch
konstante Pflege nach seinen Ansprüchen. "Viele glauben ihrem Hund durch viel
Nahrung Gutes zu tun. Doch das hat Mitteleuropa viele übergewichtige Hunde
beschert", klagt der Psychologe.
Die japanischen Forscher stellten im
Experiment hohe Oxytocinwerte besonders bei den Hundebesitzern fest, die im
Spiel den meisten Blickkontakt zu ihrem
Tier hatten. Diese Testpersonen zeigten sich in der Befragung auch
zufriedener mit der Beziehung zu ihren Tieren als diejenigen, die den Hunden
weniger Blicke schenkten. "Wie unter Menschen ist auch hier gestörter
Blickkontakt ein Zeichen für fehlende Beziehungsqualität", so Bergler.
Studienleiter Takefumi Kikusui vermutet, dass Oxytocin schon bei der Zähmung der
Hunde vor über 15.000 Jahren beteiligt gewesen sei. "Vielleicht haben Hunde und
Menschen gleiche soziale Codes wie den Augenkontakt und Handgesten entwickelt",
so der japanische Wissenschaftler. Das liefere eine Erklärung dafür, warum sich
der Hund im Lauf der Zeit so gut an den Menschen anpassen konnte.
Quelle:
pte
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