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Mehr Scheidungen sobald Kinder aus dem Haus sind
Früher undenkbar, heute gang und gäbe - im Laufe einer Generation hat sich die Anzahl der Scheidungen nach der Silberhochzeit verdoppelt.
Wie die Zeitschrift VITAL in ihrer neuesten Ausgabe (5/2008) berichtet,
war fast ein Fünftel der Scheidungspaare von 2007 25 Jahre verheiratet
oder länger. "Die Ansprüche an Kommunikation, an sexuelle Erfüllung und
seelische Bereicherung sind gestiegen," erklärt der Hamburger
Paartherapeut Christian Hemschemeier das Phänomen. "Das führt zu
deutlich besseren Beziehungen, aber auch zu mehr Trennungen."
In den meisten Fällen beenden die Frauen die Ehe.
Sie leiden vor allem, wenn keine richtige Kommunikation mehr mit dem
Partner stattfindet. Männer dagegen vermissen eher den Sex und suchen
meist nach einem bequemen Ausweg. Entschließen sie sich zur Trennung,
steckt daher fast immer eine neue Frau dahinter. Besonders krisenträchtig in einer Langzeitbeziehung sind laut Hemschemeier Situationen des Übergangs;
etwa wenn die erwachsenen Kinder aus dem Haus gehen. "Häufig geraten
Paare in ein Sinnvakuum, wenn sie plötzlich aufeinander zurückgeworfen
sind, nachdem sie viele Jahre ganz unbemerkt nebeneinander hergelebt
haben," erläutert der Experte. Erstaunlicherweise gelänge es Menschen
mit einer gesunden Streitkultur
besser, eine solch totgelaufene Liebe neu zu beleben. "Wenn ein Paar
konfliktfreudig ist, zeigen sie einander damit: Mir liegt noch etwas an
dir, ich will gemeinsam mit dir etwas verändern," sagt Hemschemeier.
Sehr harmoniebedürftige Männer und Frauen täten sich dagegen schwer,
lähmende Rituale zu durchbrechen.
Ist die Trennung dennoch nicht zu verhindern, haben ältere Singles heute deutlich bessere Chancen als früher, einen neuen Partner zu finden.
Dies liegt zum einen an der gestiegenen Scheidungszahl, aber auch an
den vielen neuen Kontaktmöglichkeiten wie etwa Internet-Partnerbörsen.
Viele gehen deutlich bewusster an eine neue Beziehung heran, wollen
keinen Partner um jeden Preis. "Ich möchte eigene Freiräume haben und
geben", sagen 96 Prozent der Singlefrauen zwischen 50 und 60 Jahren.
Laut Hemschemeier beste Voraussetzung für eine glückliche Zweisamkeit,
bei der die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz dafür sorgt,
dass kein gemeinsamer Trott aufkommt.
Quelle: news aktuell
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