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Haustiere im Auto richtig transportieren
09.04.2008
In Österreichs Haushalten leben 2,07 Millionen Katzen und 720.000 Hunde (Quelle:
IEMT). Einige von ihnen - besonders Hunde - werden regelmäßig im Auto
transportiert, auf Reisen und Ausflüge mitgenommen oder zum Hobby chauffiert.
Jeder Autofahrer ist verpflichtet, Gegenstände
sowie Tiere im Fahrzeug zu sichern."Ungesicherte Haustiere können bei
einem Frontalunfall mit ca. 50 km/h Belastungen erzeugen, die dem 30-fachen
ihres eigenen Körpergewichtes entsprechen", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.
Ein 20 kg schwerer Hund entwickelt somit eine Aufschlagwucht von über einer
halben Tonne, die auf die Fahrzeuginsassen zusätzlich einwirkt.
Im
jüngsten ÖAMTC-Crashtest wurden fünf
gebräuchliche Tiersicherungssysteme -
eingebaut in einen Opel Astra - auf ihre Tauglichkeit geprüft. Fazit: Wirklich sicher für Hund, Katz' und Herrl ist nur die
Sicherung in einer Transportbox in Verbindung mit der richtigen Platzierung im
Auto. Als "Versuchstiere" wurden ein 22 kg schwerer Hundedummy und ein
knapp vier kg schwerer Katzendummy eingesetzt. Der Fahrersitz war bei jedem
Versuch mit einem Erwachsenendummy besetzt. Die Aufprallgeschwindigkeit für die
simulierten Frontal-Crashes betrug jeweils 50km/h.
Für das Test-Szenario "ungesicherter Hund" wurde der
Hund direkt hinter dem Fahrer auf der Hutablage positioniert und in keinster
Weise gesichert. Beim Abbremsen flog der Hundedummy ungebremst durch den
Innenraum, traf den Sitz des Fahrers an der Kopfstütze und verdrehte dabei die
Lehne des Vordersitzes. Nachdem er am Kopf des Fahrers abschlug, prallte er mit
der Wucht von einer halben Tonne an die Windschutzscheibe. "Es ist müßig zu
sagen, dass es höchst fahrlässig ist, seinen Hund im Auto nicht zu sichern", so
der ÖAMTC-Techniker. Fast ebenso gefährlich ist die lockere Sicherung des Hundes
mittels Gurt auf der Rückbank. Der Hundedummy schlug im Crash-Test ungebremst
auf die Lehne des Vordersitzes. Schwerste Wirbelsäulen-Verletzungen beim Fahrer
können die Folge sein - von denen beim vierbeinigen Liebling ganz zu schweigen.
Der Test mit einer Transportbox für kleine Hunde
oder Katzenauf der Sitzbank
brachte ebenfalls ein fatales Testergebnis. Der durch den Aufprall nach vorne
geschleuderte Katzendummy riss das Gittertürchen aus der Verankerung und traf
dann nahezu ungebremst auf die Rückenlehne des vorderen Sitzes. Die
Befestigungspunkte der Transportbox wurden sehr stark beschädigt und führten zum
Bruch der oberen Schale. "Ist das Tier nur um eine Spur schwerer, würde sich
gleich die gesamte Box lösen. Auch bei diesem Sicherungssystem ist mit
schwersten Verletzungen für Tier und Mensch am Vordersitz zu rechnen", warnt der
ÖAMTC-Experte.
Sicherer für die Insassen ist die Fixierung des Hundes mittels eines stabilen
Hundegeschirrs mit breiten Gurten, Metallverschlüssen und zweifacher
Anbindung. Kerbl: "Zu beachten ist, dass der Gurt möglichst straff gezogen wird,
denn das Tier kann damit nur so weit nach vorne geschleudert werden, wie es die
Gurtlänge zulässt. Damit sinkt die Verletzungsgefahr bei den
Insassen."
Sicherste Variante - die
Transportbox im Kofferraum
Im ÖAMTC-Crashtest konnte nur die
Sicherung mit einer Transportbox in Verbindung mit der richtigen Platzierung und
Fixierung im Auto überzeugen. Größere Hunde werden wegen des größeren
Platzbedarfes am sinnvollsten im Laderaum
untergebracht. In einer der Größe des Tieres angepassten Transportbox, quer zur
Fahrtrichtung eingebaut, wird die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet.
Stabile Rückenlehnen sorgen für eine gute Rückhaltung des Hundes in der Box.
Eine Verbesserung kann hier durch ein stabiles Laderaum-Trenngitter, das auch
die Fläche der Rückenlehne abdeckt, erzielt werden.
Ein sicherer Ort für
das Unterbringen von Transportboxen im Fahrgastraum ist auch der Fußraum hinter dem Fahrer- oder Beifahrersitz.
Bedingt durch den geringen Raum ist aber nur eine Transportbox für kleinere
Tiere (z.B. Katzen, kleine Hunde) möglich. Durch die seitliche Positionierung
des Tieres zur Stoßrichtung bleibt auch der Verletzungsgrad für das Tier gering.
Die Insassen werden nicht zusätzlich belastet.
Quelle: ÖAMTC
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