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Wochenend-Beziehung : Funktioniert Liebe auf Distanz ?
Immer mehr Paare praktizieren eine "Liebe auf Distanz". Inzwischen ist fast jede zehnte Beziehung eine "Fernliebe".
Bei den Paaren um die Dreißig sind es sogar zwischen 20 und 25 Prozent -
Tendenz steigend. Zum Vergleich, 1985 waren es gerade mal 4 Prozent.
Es gibt viele Gründe für Fernbeziehungen. So lernen sich
zwischen 20 und 30 Prozent aller Distanzpaare im Urlaub kennen. Zurück in der
gewohnten Umgebung muss diese Beziehung zunächst ihre Alltagstauglichkeit
beweisen. Wochenende für Wochenende lernen sich die Partner schrittweise näher
kennen und lieben. Auch berufliches Weiterkommen ist ein häufiger Grund für die steigende
Zahl an Fernbeziehungen.
Aber auch der grundsätzliche Wandel des Partnerschaftsideals spielt
eine Rolle. "Für knapp 30 Prozent aller Paare in Fernbeziehungen ist die
Liebe auf Distanz inzwischen sogar das Beziehungsideal," sagt Christine
Koller, Autorin des Buchs "Liebe auf Distanz". "Beide Partner
können sich unter der Woche voll auf den Job konzentrieren und haben zusätzlich
die Möglichkeit, etwa ein neues Hobby auszuprobieren." Das Paar
verschmilzt so nicht nur zu einem "Wir", sondern jeder lebt
zusätzlich sein "Ich" und kann seine Persönlichkeit entsprechend
entfalten.
Auch das immer beliebter werdende Online-Dating begünstigt die
Liebe über geographische Grenzen hinaus. Andrea Schöffner, Dating-Expertin bei
match.com Deutschland: "Fernbeziehungen sind für unsere Mitglieder sehr
relevant. Gerade beim Online-Dating kann ich mir gezielt einen Partner mit
gleichen Werten und Interessen suchen - und das sogar weltweit. Und wenn der
"richtige" Partner gefunden ist, dann spielt die Entfernung nur noch
eine Nebenrolle."
Eine Fernbeziehung ist Chance und Risiko zugleich. Jene, die es
probiert haben, wissen: Jedes Treffen heißt, sich "neu verlieben";
Beziehungsmüdigkeit und Alltagstrott kommen gar nicht erst auf. "Meiner
Erfahrung nach setzen sich Paare in Fernbeziehungen auch viel stärker
mit ihrer
Beziehung auseinander," sagt Christine Koller. "Die gemeinsame Zeit
ist kostbarerund wird intensiver genutzt. So werden beispielsweise auch
Konflikte in der Regel schneller beigelegt als bei Paaren, die zusammen
leben."
Dennoch fürchten 50 Prozent, dass eine Fernbeziehung den
Seitensprung fördert. Zu unrecht: Partner aus Distanzbeziehungen gehen laut
einer Studie sogar weit weniger fremd. (40 Prozent im Vergleich zu 60 Prozent bei fix zusammen lebenden Paaren).
Allerdings: Rund 60 Prozent der "Liebes-Pendler" würden ein
gemeinsames Zuhause vorziehen. Hauptgrund dafür ist der Wunsch nach mehr Nähe
und Zärtlichkeit. Außerdem hemmt die Distanzbeziehung oftmals die
Familienplanung. So bleiben mobile Paare viel häufiger kinderlos oder starten
sehr viel später mit der Familienplanung.
Eine Fernbeziehung dauert im Durchschnitt zwei Jahre. Danach wird
entweder ein gemeinsamer Wohnsitz bezogen - oder das Paar trennt sich. Dass es
Ausnahmen gibt, beweist auch Christine Koller. Sie lebt bereits seit sechs Jahren
glücklich in ihrer Fernbeziehung. Ihre Tipps für eine harmonische Liebe auf
Distanz:
- Sich sooft wie möglich sehen - mindestens jede dritte Woche
- sonst wird die Beziehung auf Dauer instabil
- Intensiv und offen kommunizieren, den Partner am
"Single-Leben" unter der Woche, an seinen Ängsten, Freunden
und Problemen teilhaben lassen
- Die Erwartungen an die gemeinsame Zeit nicht zu hoch schrauben. Keine heile Welt spielen, obwohl man
sich ärgert; offen über Ziele und Wünsche sprechen und zusammen
Lösungen finden
- Gemeinsame Perspektiven schaffen: Beispielsweise nach einem Zeitraum von zwei Jahren zusammen zu ziehen oder
per Home-Working die gemeinsame Zeit verlängern
Quelle: match.com Deutschland
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