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Zecken als Gefahr für den Hund
Blut saugende Parasiten, wie Zecken und
Mücken, stellen für den Hund eine große Gefahr dar, da sie auf ihn
gefährliche bis tödlich verlaufende Krankheiten übertragen können! Beim Hund können die durch Zecken übertragenen Erreger genauso
schwere Krankheiten auslösen wie beim Menschen. Der Bundesverband
Praktizierender Tierärzte e.V. und die Deutsche Gesellschaft für
Kleintiermedizin haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Hundehalter
intensiver als bisher über die Gefahren der durch Blut saugende
Parasiten übertragenen Krankheiten zu informieren.
Unbehandelt können beim Hund die durch Zecken übertragenen
Krankheiten, wie Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose,
zum Teil chronisch bis tödlich verlaufen. Immer mehr Hundehalter
schützen deshalb ihren Hund präventiv gegen Zecken. Aber auch andere
Blut saugende Parasiten, wie Mücken, können den Hund ebenfalls mit
extrem gefährlichen Krankheitserregern infizieren. Das gilt insbesondere in wärmeren Ländern, z.B. rund um das Mittelmeer. Die
Durchseuchung der Zecken und Mücken mit gefährlichen Erregern ist
dort viel stärker als bei uns. Deswegen besteht in den
südlichen Ländern auch für den "Urlaubshund" ein erhöhtes
Infektionsrisiko. Viele Hunde leiden dort an der gefährlichen
Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose oder der Herzwurmkrankheit.
Importhunde aus diesen Ländern stellen eine gewisse Gefahr dar. Vor
ihrer Ankunft bei uns sollten sie unbedingt auf mögliche
Erreger und Krankheiten untersucht werden. Unbehandelt können kranke
Hunde ihre gefährlichen Erreger einschleppen und
diese mittels Parasiten, wie z.B. Zecken, auf hier lebende Hunde
übertragen.
Der Holzbock, unsere heimische Zecke (Ixodes ricinus) Ist der Holzbock mit gefährlichen Erregern wie
Borrelien, Anaplasmen und FSME-Viren infiziert, kann er diese während seiner
Blutmahlzeit auf den Hund übertragen.
- Borrelien können beim Hund Gelenkentzündungen verursachen, die
ein wechselseitiges Hinken sowie Fieber bewirken.
- Anaplasmen befallen Blutzellen und bewirken eine Erkrankung, die
als Anaplasmose bezeichnet wird. Ihre Symptome sind unter
anderem Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Schwellungen an
den Gliedmaßen, Beeinträchtigungen des Zentralnervensystems
sowie Gelenkentzündungen.
- FSME-Viren verursachen - anders als beim Menschen - beim Hund
nur ganz selten, wenn dann aber schwere neurologische Symptome.
Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
Die
Auwaldzecke hat sich in einigen Gegenden Mitteleuropas stark
ausgebreitet. Auwaldzecken sind die Erreger der gefährlichen bis
tödlich
verlaufenden Babesiose. Ähnlich wie bei der Malaria beim Menschen
werden durch die Babesien die roten Blutkörperchen beim Hund
zerstört.
Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
Die braune Hundezecke kommt vorwiegend in südlichen Ländern vor,
ist aber in beheizten Räumen / Zwingern mancherorts auch nördlich der
Alpen heimisch geworden. Sie überträgt Babesien sowie gefährliche
Ehrlichien.
Stechmücken
Sand- oder Schmetterlingsmücken (Phlebotomen)
Sie übertragen die
gefährliche Leishmaniose. Sie schädigt beim Hund verschiedene Organe
(Knochenmark, Milz, Leber, Niere), gilt derzeit als nicht heilbar und
verläuft oft chronisch bis tödlich.
Bestimmte Arten von Stechmücken (Culiziden) übertragen die
gefährliche Herzwurmkrankheit. Die Würmer werden bis zu 20 cm lang,
sitzen im rechten Teil des Herzens, behindern den Blutfluss zur Lunge
und schränken die Leistungsfähigkeit ein.
Vorsorge verhindert Krankheiten
Zum Schutz vor Blut saugenden Parasiten wird in erster Linie
empfohlen, den Hund nicht in Zeckengebieten frei laufen zu lassen,
ihn nicht auf Reisen in gefährdete Regionen (z.B. Mittelmeer)
mitzunehmen und ihn regelmäßig auf Zeckenbefall abzusuchen. Diese
Maßnahmen sind aber in der Regel nicht ausreichend. Es empfehlen sich
für eine weitere Vorsorge alle Wirkstoffe mit einer starken
abschreckenden (repellenten) und abtötenden (insektiziden/akariziden)
Wirkung auf die Parasiten. Der Kontakt mit repellenten Stoffen hält
Blut saugende Parasiten vom Hund fern, meist bis zu vier Wochen.
Zecken, die sich bereits im Fell aufhalten, stechen nicht, sondern
werden zur sofortigen Flucht veranlasst. Stoffe, die nur über eine
abtötende Wirkung verfügen, verhindern nicht immer die Infektion
dieser gefährlichen Krankheiten. Gegen Sand- und Stechmücken sind
Mittel ohne starke abschreckende Wirkung nicht geeignet, da die
Mücken sofort beim Stich die Krankheitserreger auf den Hund
übertragen. Gegen Herzwurmkrankheit kann der Hund zusätzlich durch
Medikamente geschützt werden. Mittel wie z.B. ätherische Öle mit
Lorbeer, Lavendel und Rosmarin sowie Knoblauchpulver, sind für eine
Prophylaxe nicht geprüft und müssen nach gegenwärtigem Kenntnisstand
als unwirksam gelten.
Die zugelassenen Repellentien und Insektizide, die meist als Spot
on-Produkte und Halsbänder angeboten werden, sind in der Regel nicht
wasser-, sondern fettlöslich. Sie verteilen sich gleichmäßig über den
Hund und bilden nach kurzer Zeit einen Schutzfilm an den Haaren und
der oberen Hautschicht. Nach mehreren Wochen verlieren die Produkte
ihre Wirkung und müssen erneut aufgetragen werden. Da diese Stoffe
fettlöslich sind, werden sie nicht vom Wasser aus der Haut des Hundes
ausgewaschen. Gelegentliches Schwimmen, Baden oder Regen vermindern
ihre Wirkung nicht. Umweltbelastungen für Luft und Wasser sind nicht
bekannt. Hin und wieder kann es an den Auftragungspunkten zu leichten
Hautverfärbungen kommen, die aber für die Gesundheit des Hundes ohne
Bedeutung sind. Gefahren für den Hundehalter sind bei den Spot
on-Produkten nicht bekannt.
Wie Sie Ihr Tier am wirkungsvollsten vor gefährlichen Parasiten schützen können, erfahren Sie auf jeden Fall bei Ihrem Tierarzt.
Quelle: bpt
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