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Hunde aus dem Tierheim : Tipps unserer Expertin
von Tierpsychologin Denise Seidl DVS Rex wurde an einen Baum gebunden und zurückgelassen, Senta wurde in einem Karton vor die Tür des Tierheims
gestellt. Das sind einige von vielen schweren Tierschicksalen, die sich
vor allem in der Zeit nach den Feiertagen häufen. Wenn Sie überlegen,
einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu
geben, dann haben wir hier einige wichtige Infos für Sie
Die Anschaffung eines Tieres muss immer sorgfältig überlegt werden,
übernehmen Sie doch die lebenslange Verantwortung für ein Lebewesen.
Gerade Tiere aus einem Tierheim haben oftmals schlechte Erfahrungen
gemacht und leiden sehr, wenn Sie von ihren neuen Besitzern wieder
enttäuscht werden. Vergewissern Sie sich daher, dass alle
Familienmitglieder mit dem Tier einverstanden und bereit sind, Aufgaben
zu übernehmen. Fragen, wie Betreuung des Tieres während Ihres Urlaubes
oder eventueller Krankheit, Vereinbarkeit der Tierhaltung mit Ihrem
Tagesablauf sowie entsprechende räumliche Möglichkeiten, Toleranz in
Bezug auf Tierhaare, aber auch finanzielle Belastungen der Tierhaltung
müssen geklärt sein. Eine wesentliche Voraussetzung bei der Vermittlung eines Tieres aus dem Tierheim ist ein detailliertes Beratungsgespräch.
Ihre Vorstellungen betreffend das neue Familienmitglied und die
Eigenschaften der in Frage kommenden Tiere sind aufeinander
abzustimmen. Ein gutes Tierheim wird Ihnen Fragen über Ihre
Persönlichkeit, Lebensumstände und Erwartungen an den neuen Gefährten
stellen. Mit Hilfe dieser Informationen kann das Tier für Sie gefunden
werden, welches optimal zu Ihnen passt. Sprechen Sie mit dem
Betreuungspersonal des Tierheimes! Je mehr Informationen Sie über die Vorgeschichte des Hundes erhalten, desto nützlicher
wird Ihnen dies auch bei eventuellen Verhaltensproblemen sein. Fragen
über die Herkunft und die Vorbesitzer des Tieres, die Verträglichkeit
mit Artgenossen oder anderen Tieren, eventuelle Gewöhnung an Kinder
sowie Vorlieben und Unarten können Ihnen in der Zukunft hilfreich sein.
Bei schwierigen Tieren müssen Sie als der
zukünftige Besitzer in vollem Umfang über die Problematik in Kenntnis
gesetzt werden.
Bedenken Sie bei der ersten Beurteilung des Hundes, dass Neuankömmlinge im Tierheim eine Eingewöhnungsphase durchlaufen
und daher andere Verhaltensweisen zeigen können, als Tiere, die schon
länger da sind. Manche Tierheime bieten dem zukünftigen Besitzer die
Möglichkeit, den Hund auf Spaziergängen eingehender kennen zu lernen. Für den Notfall sollten Sie ein Rückgaberecht des Tieres vereinbaren. Der ideale Zeitpunkt,
um ein Tier in die Familie aufzunehmen, ist nach den
Weihnachtsfeiertagen, wenn sich der Stress gelegt hat oder, wenn Sie
einige Tage Urlaub haben. Das neue Familienmitglied benötigt nämlich
Zeit, Ruhe und Ihre volle Aufmerksamkeit, um sich in der neuen Umgebung
einleben zu können. Hunde aus "zweiter Hand" können sehr viel
Freude bereiten, aber auch Stress bedeuten, vor allem in der
Eingewöhnungszeit. Anfangs fällt es manchen Hunden schwer, allein
zuhause zu bleiben, viele Hunde haben keine Kommandos gelernt oder scheuen den Kontakt zu ihrer neuen
Bezugsperson. Verhaltensprobleme während der Eingewöhnungszeit dürfen Sie nicht verunsichern und sind größtenteils mit der Unterstützung von wissenschaftlich ausgebildeten Verhaltensexperten lösbar. Bedenken Sie bitte, dass die Grundsteine einer harmonischen Beziehung Vertrauen und Freundschaft
sind. Tiere aus dem Tierheim haben meistens aufgrund ihrer Erfahrungen
das Vertrauen zu Menschen verloren und benötigen Zuwendung und Zeit, um
eine Beziehung zu Ihrem neuen Besitzer aufbauen zu können.
Quelle: Tierpsychologie.at
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