
So wird mein Hund stubenrein
Die Erziehung zur
Stubenreinheit erfordert hohe Aufmerksamkeit und gute Beobachtung des Welpen
durch den Tierbesitzer. Anfangs ist des eine oder andere "Lackerl" in
der Wohnung unausweichlich, bei konsequenter Erziehung sollte das Tier
aber in ein bis drei Wochen stubenrein sein.
Stubenreinheit ist
eigentlich nur ein Ausnützen der Neigung des Hundes, seinen Lagerplatz bzw.
seine Höhle sauber zu halten. Was der Welpe lernen muss, besteht eigentlich
darin, dass die ganze menschliche Wohnung (anfangs für den Welpen unermesslich
groß) seine Höhle darstellt. Zu Beginn wird er daher von sich aus höchstens das
Zimmer, welches seinen Schlafplatz enthält, zum Harn und Kotabsatz verlassen.
Anfangs sollte der Welpe
daher möglichst oft ins Freie geführt werden - besonders nach dem
Aufwachen,
nach dem Fressen und Trinken oder nach einem Spiel. Er lernt damit,
seinen Drang, der besonders bei diesen Gelegenheiten auftritt, mit dem
Hinausgehen in
Zusammenhang zu bringen. Auch der Tierbesitzer lernt bald, das
Verhalten und
die Unruhe des Welpen richtig zu deuten.
Gleichzeitig sollte man ein
Kennwort wie "Hinaus" oder "Gassi" verwenden. Bei besonders
langen Strecken (Stiegenhäuser oder Liftfahrten in Hochhäusern) sollte das Tier
anfangs noch getragen werden.
Zu Beginn sollte immer
derselbe Platz im Freien aufgesucht werden, der so lange nicht verlassen wird,
bis das "Geschäft" erledigt ist. Die Auswahl dieses Platzes soll
besonders in Dicht verbautem Gebiet für später gewährleisten, dass der Hund
nicht wahllos (am Gehsteig oder in Sandkisten) Harn oder Kot absetzt. Der Hund
verdient danach großes Lob und Belohnung. Bei der Wahl des geeigneten Platzes sollte auch bedacht werden, dass sich das Tier eher in entspannter, ruhiger Atmosphäre löst. Daher hat es auch
keinen Sinn, wenn ein ungeduldiger Tierbesitzer seinen Hund zum Beispiel mit
Schimpfen etc. zum baldigen Kotabsatz drängen will.
Wenn doch in der Wohnung
etwas passiert ist, bringt es nichts, den Hund nachträglich zu bestrafen, im
Gegenteil, man löst damit unnötige Ängste beim Tier aus. Sollte man ihn jedoch
in flagranti ertappen, schüttelt man ihn leicht am Nackenfell und bringt ihn
sofort an den gewohnten Platz im Freien. Die verunreinigte Stelle sollte
sorgfältig gereinigt werden, damit der Welpe nicht durch Geruchsmarkierung zu
weiterem Kot- oder Harnabsatz veranlasst wird.
Das Ziel ist erreicht, wenn
der Junghund seinen Kot- oder Harndrang seinem Besitzer deutlich anzeigt bzw.
es ausreicht, viermal am Tag aus diesem Grund mit ihm ins Freie zu gehen.
Nimmt man ein bereits
erwachsenes Tier bei sich auf, das nicht zur Stubenreinheit erzogen ist, geht
man nach den gleichen Regeln vor, jedoch erfordert dies meist mehr Geduld.
Hatte ein Tier jedoch in seiner Prägephase als Welpe nicht die Möglichkeit,
sein Lager reinzuhalten (wie zum Beispiel bei zu enger, unsauberer
Zwingerhaltung) ist es sehr schwierig, ihm dies später noch beizubringen.
Sollte ein älterer Hund
plötzlich seine Stubenreinheit verlieren, sind sowohl psychische als auch
physische Störungen als Ursache in Betracht zu ziehen. Da der Hund
normalerweise nie sein Lager verunreinigen würde, kann man versuchen, zum Beispiel
seine Decke auf den Ort der Missetat (natürlich nach gründlicher Reinigung) zu
legen.
Außerdem sollte ein
Markierverhalten in der Wohnung, das durch äußere Einflüsse ausgelöst werden
kann, von richtiger Unsauberkeit abgegrenzt werden. In jedem Fall ist aber ein
praktischer Tierarzt aufzusuchen, um krankheitsbedingte Ursachen auszuschließen
oder zu beseitigen.
Quelle: Veterinäramt der Stadt Wien
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