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Grundlagen der Hunde-Erziehung
Wenn entzückende kleine Welpen nicht folgen lernen, können sie sich schnell zu
grossen Tyrannen entwickeln. Der Hundehalter, seine Umgebung und nicht zuletzt
auch der Hund leiden darunter.
Eine artgerechte Hundeerziehung ist die Basis für eine harmonische
Mensch-Tier-Beziehung und bedeutet zudem auch Sicherheit für Mensch und Hund. Es
ist daher unerlässlich, dass jeder Hund die Grundkommandos, wie "Komm", "Sitz",
"Platz" und "Bei Fuß" beherrscht. Der optimale
Zeitpunkt für den Beginn der Erziehung ist das Welpenalter. Der Welpe
muss einige Regeln im Zusammenleben mit seinem Menschen erlernen, bevor er
beginnt, seine eigenen "Gesetze" aufzustellen. Wird mit dem Erlernen der
Grundkommandos gewartet, bis das Tier einige Monate alt ist, hat der junge Hund
gelernt, seinen Willen durchzusetzen.
"Welpengerechte" Erziehungsmethoden, die auf dem Prinzip der Belohnung von erwünschten Verhaltensweisen
basieren, versprechen den größten Erfolg. Belohnen Sie Ihren Welpen
abwechslungsweise mit Lob, Streicheleinheiten oder kleinen Leckerbissen, wenn er
ein Kommando richtig ausgeführt hat. Beachten Sie jedoch, dass Sie Ihrem Hund
die Belohnung innerhalb einer Sekunde nach Durchführung der von Ihnen gestellten
Aufgabe geben, damit er beides miteinander in Verbindung bringen kann. Kommt Ihr
Hund sofort auf Zuruf, müssen Sie den Leckerbissen für ihn bereits in der Hand
bereit halten; zieht der "Kleine" zu stark an der Leine, wird der Spaziergang
solange unterbrochen, bis die Leine wieder locker ist. So lernt der Welpe
schnell, dass nur von Ihnen erwünschtes Verhalten zum Ziel – dem Erlangen von
Leckerbissen, Lob oder Spiel – führt. Erlauben
Sie dem "Kleinen" nichts, was Sie ihm im Erwachsenenalter verbieten
werden. Bestrafen Sie Ihren Welpen nicht, wenn er ein Kommando nicht
richtig ausführt - Sie erreichen damit nur, dass der Hund dieses Kommando mit
der Strafe in Verbindung bringt und daher auch beim nächsten Mal nicht folgen
wird. Hunde lernen am besten spielerisch und in spannungsfreier Atmosphäre, wenn
sie nicht unter Druck gesetzt oder geängstigt werden.
Zu ihren menschlichen Familienmitgliedern entwickeln Hunde aufgrund ihres
ausgeprägten Sozialverhaltens enge, individuell verschiedenartige Bindungen.
Jede Mensch-Hund-Beziehung muss durch
eine für den Hund eindeutig erkennbare
Hierarchie geregelt sein, wobei dem Hund eine untergeordnete Rangposition
zugewiesen werden muss. Innerhalb eines Hunderudels dient die soziale
Rangordnung zur Unterscheidung der einzelnen Tiere nach ihren Rechten sowie zur
Vermeidung von kämpferischen Auseinandersetzungen und ernsthaften Verletzungen
der Tiere. Der junge Hund braucht Ihre Unterstützung und Ihre Anweisung, um zu
lernen, was im "Menschenrudel" verboten und was erlaubt ist. Die fixe
Rangstellung des Tieres innerhalb seiner menschlichen Familie bedeutet für den
Hund Sicherheit, verhindert, dass er mit Ihnen um die Vorrangstellung in der
Familie konkurriert und beugt Verhaltensproblemen und – störungen vor.
Da der Ranghöchste im Rudel bestimmt, muss die Initiative für alle
wesentlichen Beschäftigungen, wie Spazieren gehen, Spielen, Füttern und
Streicheln, von Ihnen ausgehen, d.h. Sie bestimmen den Zeitpunkt dafür.
Vernachlässigen Sie jedoch nicht die Bedürfnisse Ihres Hundes nach Bewegung,
Spiel und Zuneigung. Stellen Sie innerhalb Ihrer
Familie allgemein gültige Regeln im Verhalten gegenüber Ihrem Hund auf,
die von den anderen Familienmitgliedern eingehalten werden sollten. Damit der
Hund zu jedem Familienmitglied eine Beziehung aufbauen kann, sollte sich jedes
Familienmitglied ausreichend mit dem Hund beschäftigen.
Ein verständnisvoller Umgang mit dem Hund, Wissen über seine hündischen
Verhaltensweisen sowie Verantwortung dem Tier gegenüber sind die besten
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hundeerziehung!
Quelle: Tierpsychologin Denise Seidl DVS
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